Visum und Einreise

Living in Europe | Entry conditions/visas | Germany


Beim Thema Einreise und Aufenthalt in Deutschland gelten unterschiedliche Regelungen für Bürger der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz auf der einen und Bürger von sogenannten Drittstaaten auf der anderen Seite:
 

 

 

Staatsangehörige der Europäischen Union sowie Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz sowie deren Familienangehörige benötigen weder ein Visum für die Einreise noch eine Genehmigung für einen längeren Aufenthalt.

Für die Einreise ist lediglich ein gültiger Pass oder Personalausweis notwendig (§ 2 Abs. 5 FreizügG). Wenn Sie einen längeren Aufenthalt in Deutschland planen, müssen Sie sich in der Regel nur noch beim Einwohnermeldeamt melden. Die Meldepflicht ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt und knüpft an den Bezug einer Wohnung oder eines Zimmers im Inland an. Dies gilt auch dann, wenn der Wohnsitz im Ausland beibehalten wird. Die Meldepflicht kann in Einzelfällen auch für kürzere Aufenthalte bestehen, weswegen eine vorherige Information auf den Internetseiten der Kommune, in der die Wohnung bezogen werden soll, zu empfehlen ist.

Eine Ausnahme betrifft Familienangehörige von EU- und EWR-Bürgern, die selbst weder Unions-, EWR-Bürger oder Schweizer sind: sie bedürfen für die Einreise nach Deutschland eines Visums nach den Bestimmungen für Ausländer, für die das Aufenthaltsgesetz gilt. Sie erhalten dann in Deutschland von der Ausländerbehörde eine so genannte Aufenthaltskarte (§ 2 Abs. 5 FreizügG).

Staatsangehörige der Schweiz und ihre Familienangehörigen genießen ebenfalls Freizügigkeit innerhalb der EU. Sie müssen jedoch eine spezielle Aufenthaltserlaubnis-Schweiz beantragen (§ 28 AufenthV).

 

 

Im Allgemeinen gilt, dass Staatsangehörige eines sogenannten Drittstaates, das heißt weder Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union noch des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz, ein Visum für die Einreise, bei längerem Aufenthalt auch eine Aufenthaltserlaubnis benötigen. Das Visum bekommt man in der Regel bei den deutschen Auslandsvertretungen. Je nach Aufenthaltsdauer und -zweck benötigen Sie ein Schengen-Visum (Forschungsaufenthalt bis zu drei Monaten) oder ein nationales Visum (Forschungsaufenthalt über drei Monate).

Für Drittstaatangehörige, die mit Visum einreisen müssen, gilt, dass ein Aufenthalt über die Geltungsdauer des Visums hinaus genehmigt werden muss. Dazu bedarf es eines Aufenthaltstitels. Dies gilt auch für Ausländer, die für einen bis zu dreimonatigen Aufenthalt ohne Visum einreisen durften. Je nach Herkunftsland variieren die dazu erforderlichen Verfahren .

Wer für einen längeren Aufenthalt einreisen will, muss sich nach der Einreise bei der lokalen Ausländerbehörde registrieren. Anschließend wird das Visum, das nur der Einreise dient, durch die Aufenthaltserlaubnis ersetzt.

Wenn Sie in Deutschland arbeiten möchten, finden Sie entsprechende Informationen bei uns auf der Seite unter Erwerbstätigkeit.

 

Zum 1. August 2017 ist in Deutschland das Gesetz zur Umsetzung aufenthaltsrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union zur Arbeitsmigration Erleichterungen für unternehmensinterne Entsandte, Studierende und Forschende (REST-Richtlinie, Directive (EU) 2016/801) in Kraft getreten.

Unter anderem regelt das Gesetz den Aufenthalt von international mobilen Forschenden aus Drittstaaten in Deutschland neu.

Die wichtigste Neuerung: die Erteilung eines Aufenthaltstitels zum Zweck der Beschäftigung nach § 18 AufentG (i.V.m. § 5 BeschV) ist für Forschende künftig ausgeschlossen. In der Regel kommen folgende Aufenthaltstitel in Frage: § 19a Blaue Karte EU, § 20 Forschung.

Für Promivierende kann sowohl § 16 Studium als auch § 20 Forschung angewendet werden.

 

Folgende Aufenthaltstitel werden unterschieden:
 

Dieser Aufenthaltstitel richtet sich an qualifizierte ausländische Fachkräfte. Voraussetzung für die Erteilung der Blauen Karte EU ist ein Hochschulabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis mit einem Bruttojahresgehalt von 50.800 Euro bzw. 39.624 Euro (Stand Januar 2017) für Hochqualifizierte in bestimmten Mangelberufen (u.a. Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, akademische und vergleichbare Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Ärzte). Nach 33 Monaten können Inhaber der Blauen Karte EU eine Niederlassungserlaubnis erhalten, wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Bei Nachweis von Sprachkenntnissen auf Niveau B1 kann die Niederlassungserlaubnis bereits nach 21 Monaten erteilt werden.

Inhaber einer Blauen Karte EU oder eines Aufenthaltstitels, der durch einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union auf Grundlage der Richtlinie 2009/50/EG erteilt wurde, sind vom Anwendungsbereich des § 20 ausgenommen (§ 20 Absatz 6 Nr. 8). Sofern ein Drittstaatsangehöriger also bereits eine Blaue Karte EU besitzt, ist ein Wechsel zur Aufenthaltserlaubnis nach § 20 nicht mehr möglich. Allerdings ist bei der Ersterteilung eines Aufenthaltstitels ein Wahlrecht des Forschenden gegeben (Blaue Karte EU oder Aufenthaltserlaubnis nach § 20). Für die Beantragung einer Blauen Karte EU kann dabei zum Beispiel die schnellere Möglichkeit der Erlangung einer Niederlassungserlaubnis sprechen, für die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 20 hingegen die Möglichkeiten der Mobilität (insbesondere in Bezug auf die kurzfristige Mobilität) sowie die Möglichkeit, im Anschluss an den Abschluss des Forschungsvorhabens einen Aufenthaltstitel zu Zwecken der Arbeitssuche zu erhalten (Vgl.: 2.0.2.1.3 der Anwendungshinweise).

Weitere Informationen zur Blauen Karte EU stellt das BAMF zur Verfügung.

 

 

 

 

Weiterführende Informationen

  • Immigrationsportal der EU
    Informationen für Nicht-EU-Bürger zur Einreise nach Deutschland
    Europäische Kommission
  • Informationen zu Visa und Einreisebestimmungen
    Informationen zu Visa und Bestimmungen für die Einreise nach Deutschland sowie die entsprechenden Antragsformulare
    Auswärtiges Amt