FAQ zur Rentenversicherung

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Die Wartezeit für die deutsche Rentenversicherung beträgt 60 Monate. Dauerte die Versicherungszeit weniger als 60 Monate, kommt grundsätzlich eine Erstattung in Betracht. Aufgrund der Regelungen der EG-VO 883/04 und bilateraler Sozialversicherungsabkommen lohnt es sich jedoch unter Umständen, die deutschen Rentenbeiträge stehen zu lassen. Bei Erreichen des Rentenalters werden alle in den Vertragsstaaten gezahlten Rentenbeiträge berücksichtigt. Sie gehen nicht verloren. Je nachdem werden deutsche Beitragszeiten entweder bei der Berechnung der einheimischen Rentenanwartschaft mitberücksichtigt. Oder man erhält anteilmäßig nebeneinander eine deutsche und eine einheimische Rente.


Grundsätzlich ja. Es empfiehlt sich aber unter Umständen, den österreichischen Beitrag stehen zu lassen, weil er nach der EG-VO 883/04 bei der Berechnung der deutschen Rentenanwartschaft mitberücksichtigt wird.


Eine Beitragserstattung findet auf Antrag nach einer Wartefrist von 24 Monaten nach dem Ausscheiden aus der Rentenversicherungspflicht statt. Sind für mindestens 5 Jahre Rentenbeiträge gezahlt worden, ist die allgemeine Wartezeit für die Regelaltersrente erfüllt. Statt einer Erstattung wäre es in diesem Fall überlegenswert, die deutschen Rentenbeiträge stehen zu lassen und im Alter von 67 Jahren neben der russischen Rente eine deutsche Rente zu beantragen.


Deutsche Versicherungszeiten werden auf die britische Rentenanwartschaft angerechnet, wenn die Wartezeit für die deutsche Rente nicht erfüllt ist. Ist die Wartezeit erfüllt, erhält man im Alter sowohl eine deutsche als auch eine britische Rente.


Deutsche Rentenversicherungspflicht besteht nur für Personen, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Wer nur von einem Stipendium lebt, unterliegt grundsätzlich nicht der deutschen Rentenversicherungspflicht.

Liegen dennoch Beitragszeiten in der deutschen Rentenversicherung vor, zum Beispiel wegen Beschäftigung während der Zeit des Stipendiums oder freiwilliger Versicherung, gilt für EU-Staatsangehörige, dass alle in EU-Staaten gezahlten Beiträge berücksichtigt werden. Je nach Umfang werden Beitragszeiten entweder bei der Berechnung der Rentenanwartschaft des Heimatstaates mitberücksichtigt oder man erhält anteilmäßig nebeneinander Renten aus mehreren EU-Staaten.

Für Staatsangehörige aus Drittstaaten kommt es darauf an, ob zwischen Deutschland und ihrem Heimatstaat ein Sozialversicherungsabkommen besteht, das die gegenseitige Anrechnung von Beitragszeiten vorsieht. Gibt es kein Sozialversicherungsabkommen, kommt ein deutscher Rentenanspruch nur in Betracht, wenn mindestens 60 Monate lang Beiträge zur deutschen Rentenversicherung gezahlt wurden. Bei kürzeren Beitragszeiten ist ein Antrag auf Beitragsrückerstattung zu erwägen.


Im Ausland gezahlte Rentenbeiträge führen grundsätzlich zu einer Rentenanwartschaft in dem Staat, in dessen Rentenkasse eingezahlt wurde. Nur wenn die Wartezeit für eine ausländische Rente nicht erfüllt ist und ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland besteht, werden ausländische Beitragszeiten auf die deutsche Wartezeit angerechnet. Mit den USA und Großbritannien bestehen solche Abkommen.


Bei 144 Beitragsmonaten besteht Anspruch auf eine deutsche Rente, wenn das gesetzliche Rentenalter erreicht ist. Die Höhe der Rente wird im Bewilligungsverfahren individuell ermittelt. Neben der Höhe und Anzahl monatlicher Beiträge spielen unter Umständen noch berücksichtigungsfähige beitragsfreie Zeiten, zum Beispiel der Ausbildung, Kindererziehung oder Arbeitslosigkeit eine Rolle für die Rentenhöhe.


Kindererziehungszeiten im Ausland werden in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt, wenn der erziehende Elternteil oder seine Ehegattin bzw. sein Ehegatte unmittelbar vor oder während der Erziehungszeit für eine Tätigkeit im Ausland Pflichtbeiträge zur deutschen gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat.

Ist dies nicht der Fall, können dennoch Kindererziehungszeiten im Ausland anerkannt werden, wenn der erziehende Elternteil oder seine Ehegattin bzw. sein Ehegatte während der Auslandstätigkeit noch vertragliche oder dienstrechtliche Beziehungen zu einem deutschen Arbeitgeber oder Dienstherrn unterhält, zum Beispiel in Form eines ruhenden Arbeitsverhältnisses oder einer Beurlaubung.

Gleiches gilt für den Fall, dass die Ehegattin bzw. der Ehegatte nur deshalb keine Pflichtbeiträge abgeführt hat, weil sie bzw. er zum Beispiel als Beamtin bzw. Beamter generell von der Rentenversicherungspflicht befreit ist.

Anträge auf Feststellung von Kindererziehungszeiten sind bei der Deutschen Rentenversicherung auf dem Vordruck V800 einzureichen.

 

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Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2022