Visum und Einreise

Im Allgemeinen gilt, dass Ausländer ein Visum für die Einreise, bei längerem Aufenthalt auch eine Aufenthaltserlaubnis benötigen. Das Visum bekommt man in der Regel bei den deutschen Auslandsvertretungen . Je nach Aufenthaltsdauer und -zweck benötigen Sie ein Schengen-Visum  (Forschungsaufenthalt bis zu drei Monaten) oder ein nationales Visum (Forschungsaufenthalt über drei Monate).

Unionsbürger sowie Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz benötigen weder ein Visum für die Einreise noch eine Genehmigung für einen längeren Aufenthalt. Wenn Sie einen längeren Aufenthalt in Deutschland planen, müssen Sie sich in der Regel nur noch beim Einwohnermeldeamt melden. Die Meldepflicht ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt und knüpft an den Bezug einer Wohnung oder eines Zimmers im Inland an. Dies gilt auch dann, wenn der Wohnsitz im Ausland beibehalten wird. Die Meldepflicht kann in Einzelfällen auch für kürzere Aufenthalte bestehen, weswegen eine vorherige Information auf den Internetseiten der Kommune, in der die Wohnung bezogen werden soll, zu empfehlen ist.

Für Ausländer, die mit Visum einreisen müssen, gilt, dass ein Aufenthalt über die Geltungsdauer des Visums hinaus genehmigt werden muss. Dazu bedarf es eines Aufenthaltstitels. Dies gilt auch für Ausländer, die für einen bis zu dreimonatigen Aufenthalt ohne Visum einreisen durften. Je nach Herkunftsland variieren die dazu erforderlichen Verfahren .

Wer für einen längeren Aufenthalt einreisen will, muss sich nach der Einreise beim Einwohnermeldeamt anmelden. Anschließend wird das Visum, das nur der Einreise dient, durch die Aufenthaltserlaubnis ersetzt. Folgende Aufenthaltstitel werden unterschieden:

Aufenthaltstitel zum Zweck der Ausbildung (§ 16 AufenthG)
(Sprach-)Schüler, Studienbewerber und Studierende und auch Promotionsstudenten erhalten normalerweise eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Ausbildung nach § 16 AufenthG. Promovierenden kann jedoch auch eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung (§ 20) erteilt werden, wenn sie ihre Dissertation im Rahmen einer Forschungstätigkeit anfertigen, für die mit einer Forschungseinrichtung eine Aufnahmevereinbarung abgeschlossen wurde. Unter besonderen Voraussetzungen kann für Promovierende auch der § 18 Anwendung finden.

Aufenthaltstitel zum Zweck der Beschäftigung (§ 18 AufenthG)
Eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18 wird an ausländische Beschäftigte allgemein erteilt und kann auch für die Beschäftigung in Wissenschaft und Forschung angewendet werden. Voraussetzung für die Erteilung einer solchen Aufenthaltserlaubnis ist das Vorliegen eines konkreten Arbeitsplatzangebotes.

Aufenthaltstitel für Hochqualifizierte (§ 19 AufenthG)
Unter "Hochqualifizierten" versteht man Wissenschaftler mit besonderen Fachkenntnissen, Lehrpersonen und wissenschaftliche Mitarbeiter in herausgehobener Funktion. Sie dürfen zuwandern, wenn sie einen Arbeitsplatz haben und können sofort eine Niederlassungserlaubnis (unbefristet) erhalten. Diese berechtigt automatisch zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit. Ehepartner erhalten in der Regel den gleichen Aufenthaltstitel.

Blaue Karte EU (§ 19a AufenthG)
Dieser Aufenthaltstitel richtet sich an qualifizierte ausländische Fachkräfte. Voraussetzung für die Erteilung der Blauen Karte EU ist ein Hochschulabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis mit einem Bruttojahresgehalt von 49.600 Euro bzw. 38.688 Euro für Hochqualifizierte in bestimmten Mangelberufen (u.a. Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, akademische und vergleichbare Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Ärzte). Nach 33 Monaten können Inhaber der Blauen Karte EU eine Niederlassungserlaubnis erhalten, wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Bei Nachweis von Sprachkenntnissen auf Niveau B1 kann die Niederlassungserlaubnis bereits nach 21 Monaten erteilt werden.

Aufenthaltstitel zum Zweck der Forschung, "Forscherrichtlinie" (§ 20 AufenthG)
Ausländern kann eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung erteilt werden, wenn sie eine wirksame Aufnahmevereinbarung zur Durchführung eines Forschungsvorhabens mit einer anerkannten Forschungseinrichtung abgeschlossen haben.
Forschungseinrichtungen sind "anerkannt", wenn sie ein entsprechendes Anerkennungsverfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg erfolgreich durchlaufen haben. Auch Promovierende, die ihre Dissertation im Rahmen einer Forschungstätigkeit erstellen, können eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 erhalten (s. auch Aufenthaltstitel zum Zweck der Ausbildung, § 16)

Einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Aufenthaltstitel hinsichtlich Kriterien wie Zielgruppe, Erteilungsvoraussetzungen, Dauer/Befristung, Familiennachzug etc. hat die Hochschulrektorenkonferenz erstellt.


Fragen und Antworten zu Visum und Einreise


Wenn Sie in Deutschland arbeiten möchten, informieren Sie sich hier.


Weiterführende Informationen:

Immigrationsportal der EU
Informationen für Nicht-EU-Bürger zur Einreise nach Deutschland
Europäische Kommission

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Informationen über die Blaue Karte EU
BAMF

Informationen zu Visa und Einreisebestimmungen
Informationen zu Visa und -bestimmungen für die Einreise nach Deutschland sowie die entsprechenden Antragsformulare
Auswärtiges Amt